Wie werde ich ... Journalist?
Spontan, kreativ und immer auf der Suche nach dem entscheidenden Detail: Diese Eigenschaften zeichnen Dominic Hebestreit aus und werden in seinem Beruf täglich von ihm gefordert. Der 28-Jährige arbeitet als Journalist – und hat sich damit einen Traum erfüllt.

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- Beim letzten Schnitt: Dominic Hebestreit im Studio
Der gebürtige Thüringer hat 2009 den Studiengang Diplom-Journalistik sowie Mittlere und Neue Geschichte an der Universität Leipzig beendet. Seit rund zwei Jahren arbeitet er nun als Reporter und Nachrichtenredakteur in der „heute“-Redaktion des ZDF. Der Weg dorthin war lang – und erforderte viel Ausdauer sowie Durchsetzungsvermögen.
Das Einstellungsverfahren an der Uni war die erste Hürde, die er zu meistern hatte. Neben den üblichen Bewerbungsunterlagen musste er Arbeitsproben einreichen und ein vierwöchiges Praktikum nachweisen. Wer damit überzeugen konnte, wurde zu einem Assessment-Tag eingeladen. Bei einem Allgemeinwissens- und Redigiertest, Übersetzungsaufgaben von einer modernen Fremdsprache ins Deutsche sowie einem Erinnerungsvermögenstest wurden weitere Kandidaten ausgesiebt. Wer übrig blieb, wurde vor eine vierköpfige Kommission geladen und „auf Herz und Nieren geprüft“, erinnert sich der Fernsehjournalist. Am Ende bekamen rund 60 Bewerber einen der begehrten Studienplätze.
„Man muss immer am Ball bleiben“

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- Beim Einsprechen
„Wer heute im Journalismus erfolgreich sein will, muss mit seiner Arbeit überzeugen und sich täglich aufs Neue behaupten. Von allen angehenden Redakteuren und Reportern wird ein hohes Maß an Eigeninitiative gefordert“, so Dominic Hebestreit. Er spricht aus Erfahrung: Wenn andere in den Semesterferien die Füße hochgelegt haben, hat er Praktika absolviert – und sich damit den Weg in die Medien geebnet. „Ich wollte so viele Redaktionen wie möglich kennenlernen, um mir einen Eindruck zu verschaffen und mich zu orientieren“, erzählt Hebestreit, der heute im Rhein-Main-Gebiet lebt. Er absolvierte Praktika in der Nachrichtenredaktion des MDR Fernsehens (MDR aktuell), bei einem lokalen Radiosender sowie bei RTL, N24 / Sat.1 und beim ZDF, wo er heute als freiberuflicher Reporter und Redakteur arbeitet. „Die Konkurrenz ist einfach zu groß, als dass man sich ausruhen könnte. Man muss ständig am Ball bleiben und durch seine Arbeit zeigen, was man kann.“ Zum Ende seines Studiums absolvierte er zusätzlich ein eineinhalbjähriges Volontariat beim Mitteldeutschen Rundfunk als Pflichtteil seiner Ausbildung. Auch hier musste er sich unter fast 300 Bewerbern durchsetzen.
Zurück auf den Boden der Realität

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- „Die eigene Stimme zu hören, klingt beim ersten Mal mächtig ungewohnt!“
Heute arbeitet Hebestreit ausschließlich im Bereich TV. Die Leidenschaft dafür hat er im Hauptstudium entdeckt. „In den ersten Semestern mussten wir alle Mediengattungen belegen, vom Printjournalismus über Hörfunk und Fernsehen bis Online. Da habe ich gemerkt, dass mich das journalistische Arbeiten mit der Kamera besonders fasziniert.“ Als Redakteur kann er dieser Leidenschaft nun Tag für Tag nachgehen. Dafür nimmt er gerne auf sich, dass der Wecker auch mal mitten in der Nacht klingelt. „Wenn ich für die heute-Nachrichten im Morgenmagazin arbeite, beginnt mein Dienst um 3:45 Uhr“, erzählt der Freiberufler. Damit möchte er auch all jene auf den Boden der Realität zurückholen, die von einem acht-Stunden-Tag träumen. Geregelte Arbeitszeiten gibt es im Journalismus meist nicht.
Neben seinem Job für das ZDF arbeitet der Fernsehjournalist auch für den Südwestrundfunk (SWR). Dort ist er als Reporter für die TV-Nachrichten „Landesschau aktuell“ unterwegs. Je nach aktueller Ereignislage entscheidet die Planungsredaktion über die Beiträge, die an dem Tag produziert werden. Dann beginnt seine Arbeit: „Ich recherchiere und telefoniere mit Experten, hole mir Einschätzungen von Beteiligten und Betroffenen ein. Danach lege ich die Drehorte fest. Und dann fahre ich mit einem Kameramann und einem Ton-Assistenten raus, wir filmen und ich führe Interviews“, erzählt der Journalist. Auf der Rückfahrt checkt Dominic Hebestreit über sein Handy die neuesten Agenturnachrichten, um auf dem letzten Stand zu sein und feilt am Ablauf des Beitrags. Zurück in der Redaktion sichtet er wahlweise am eigenen PC oder im Schnittraum das gedrehte Material. Danach fügt der Cutter auf seine Ansage hin einzelne Bilder und Sequenzen zusammen. Abends kann er sich sein Tagewerk in den Nachrichten ansehen. „Als ich meinen ersten eigenen Beitrag im Fernsehen gesehen habe, das war schon ein komisches Gefühl“, erzählt Dominic Hebestreit. „Die eigene Stimme zu hören, klingt beim ersten Mal mächtig ungewohnt!“ Damit geht er heute ganz routiniert um – und spürt jedes Mal, dass er beruflich den richtigen Weg eingeschlagen hat.
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„Angehende Journalisten sollten sich nicht davor scheuen, Praktika in Lokalredaktionen zu machen. Denn wer aus kleinen Ereignissen – etwa der Hauptversammlung des örtlichen Taubenzüchtervereins – eine spannende und interessante Story machen kann, der schafft es auch locker mit der großen Bundespolitik.“
Journalist Dominic Hebestreit
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