• Euphemia Karsuppke
  • 18. Januar 2012

Wie werde ich ... Dirigent?

Der mehrfach ausgezeichnete Dirigent Johannes Klumpp hat an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar Dirigieren und Viola studiert. Inzwischen ist er erster Kapellmeister am „Musiktheater im Revier“ in Gelsenkirchen. Durch seine freiberufliche Konzerttätigkeit hat er bereits mit vielen berühmten Orchestern – den Düsseldorfer Symphonikern, dem Beethoven Orchester Bonn und dem Konzerthausorchester Berlin – musiziert.

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„Ich gehörte zu den Kindern, die leidenschaftlich gern mit Bleistift oder Stecknadel im Zimmer umhersprangen und dirigiert haben“, so der 30-Jährige. Seine Laufbahn als Dirigent begann mit der Verspätung seines Musiklehrers. Nachdem das Schulorchester bereits einige Zeit mit gestimmten Instrumenten auf ihren Dirigenten gewartet hatte, stand Johannes Klump mit den Worten „So, dann mache ich das jetzt einfach mal“ auf und ergriff den Taktstock. Ein folgenreicher Entschluss, denn der Lehrer, der kurz darauf eintraf, erkannte sofort das Talent seines Schülers und bestärkte ihn fortan in dem Wunsch, Dirigent zu werden.

Von Stuttgart nach Weimar

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Der gebürtige Stuttgarter erinnert sich: „Für Weimar sprach damals sehr viel.“ Großer Pluspunkt des Studiums an der Hochschule für Musik Franz Liszt ist das sehr persönliche Verhältnis zwischen Dozenten und Studenten. „Den Professoren in Weimar liegt das musikalische und berufliche Fortkommen ihrer Schützlinge wirklich sehr am Herzen. Man erhält eine ideale Förderung.“ Genau das ist es, was die exzellente Ausbildung positiv abrundet. Bis heute bereut es der junge Dirigent nicht, dass ihn sein Weg damals vom Stuttgarter Musikgymnasium nach Weimar führte.

Studienvoraussetzungen

Um zum Dirigierstudium zugelassen zu werden, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: die Fähigkeit, ein Musikinstrument zu spielen, und das erfolgreiche Bestehen der Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule. Ist diese erfolgreich absolviert, stehen neben der instrumentalen Ausbildung – in der Regel im Fach Klavier – und den Dirigierstunden auch Fächer wie Musiktheorie, Gehörbildung, Instrumentenkunde und Musikgeschichte auf dem Lehrplan. Das Dirigierstudium sieht den Erwerb eines Bachelorabschlusses vor; im Anschluss sollte zur weiteren Vertiefung der persönlichen Fähigkeiten und Kenntnisse ein zweijähriger Masterstudiengang folgen.

Ein typischer Arbeitstag

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„Der typische Arbeitstag an einem Opernhaus ist klar strukturiert“, erklärt Johannes Klumpp. „Gegen 9 Uhr treffe ich im Opernhaus ein und starte mit Büroarbeiten, von 10 bis 14 Uhr sind szenische Proben angesetzt, darauf folgt die Mittagspause, ihr schließen sich oft wieder einige Stunden im Büro an, bis die zweite szenische Probe von 18 bis 22 Uhr dann den Arbeitstag beschließt.“

Galt das Dirigententum früher lange als reine Männerdomäne, so ist hier inzwischen ein deutlicher Wandel zu beobachten: Seit einigen Jahren gelingt es auch immer mehr jungen Frauen, ein Engagement als Dirigentin zu bekommen. „Wer Talent besitzt und wirklich für diesen Beruf brennt, der wird sich heute auch durchsetzen – und zwar unabhängig von seinem Geschlecht“, betont Johannes Klumpp.

Tipp: Schon vor der Bewerbung an einer Musikhochschule ist es möglich, sich am ortsansässigen Opernhaus um eine Hospitanz bei den Orchesterproben zu bemühen. Auch erste Dirigierstunden bei einem Privatlehrer können Klarheit darüber verschaffen, ob man für ein Dirigierstudium wirklich geeignet ist.

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