Wahr oder falsch? Im Osten leben nur Ossis.
Stimmt nicht. Der ferne Osten ist wesentlich internationaler, als viele denken. Ein Grund dafür: Ausländische Studierende schätzen die Hochschulen in den neuen Bundesländern besonders.
Wenn wir beispielsweise an der Hochschule Mittweida eine Passkontrolle machen würden, fänden wir nur bei einem von vier Befragten einen deutschen Ausweis – von so viel Multikulti können viele westdeutsche Hochschulen nur träumen. Und den Studierenden aus Italien, Spanien, Dänemark oder aus ferneren Ländern gefällt es an den ostdeutschen Unis richtig gut: „Diejenigen, die in den neuen Ländern studiert haben, schätzen Deutschland positiver ein, als die in den alten Bundesländern“, sagt Wolfgang Isserstädt, der über die Internationalisierung des Studiums geforscht hat.
Die hohe Lebensqualität des Ostens hat sich auch unter den westdeutschen A- bis C-Promis rumgesprochen. Bei unseren Recherchen sind wir auf eine Reihe bekannter „Wessis“ gestoßen, die ihrer Heimat den Rücken zugekehrt und sich in den neuen Bundesländern niedergelassen haben. So zum Beispiel der als Quiz-Master bekannte Journalist und Produzent Günther Jauch. Seit gut zehn Jahren lebt er nun zusammen mit Frau und Kindern in Potsdam – und hat sich, da müssen wir nicht lange rätseln, mit seiner Wahlheimat einen Traum verwirklicht.
Verena Lorenz ist von Erlangen an die Uni Erfurt gegangen. In ihrer Heimat berichtete sie vor kurzem: „eine Frage, die mich bis zum Studienbeginn nicht in Ruhe ließ, war: Woher kommen meine Kommilitonen? Stammen sie nur aus dem Osten? Doch auch hier erwartete mich eine positive Überraschung. Von den etwa 65 Erstsemestern kommen nur sehr wenige aus Thüringen. Von Lübeck bis Freiburg und vom Ruhrpott bis Dresden – alles ist dabei.“
Studieren in Fernost
Hochschulinitiative Neue Bundesländer