• Lars Stephan
  • 09. Januar 2012

Frage des Monats Wie erstelle ich einen Stundenplan?

Tägliche Nachtschichten und Klausuren-Marathon schon im ersten Semester oder entspannt durch das Studium? Zu welchen Veranstaltungen solltest du gehen und wie voll darf dein Stundenplan sein? Wir haben bei der Leiterin der Zentralen Studienberatung der Universität Potsdam, Frau Dr. Sabina Bieber, nachgefragt, was einen guten Stundenplan ausmacht.

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"Viele Studenten berücksichtigen die Lernzeiten zu Hause nicht und überladen im ersten Semester ihren Stundenplan.“, erklärt Frau Dr. Bieber.

Um die Antwort vorwegzunehmen: Ein guter Stundenplan muss immer zum Studium und zum Studenten passen. Zuerst musst du natürlich wissen, wo und was du studierst. Wenn das klar ist, rät Frau Bieber „zum Studienbeginn nicht nur das erste Semester zu planen, sondern im Prinzip schon einmal das gesamte Studium grob zu durchlaufen. Wenn man eine grobe Planung für das gesamte Studium hat, kann man auch ganz entspannt das erste Semester planen.“ Du solltest dir zum Beispiel am Anfang schon die Frage stellen, ob und in welchem Semester du ein Auslandssemester einlegen willst. Vielleicht willst du dann im Sprachenzentrum deine Sprachkenntnisse auffrischen und kannst dir den Sprachkurs sogar als Teil deines Studiums anrechnen lassen.

Die Studienordnung

Um herauszufinden, wie die Rahmenbedingungen des Studiums sind und welche Kurse über die einzelnen Semester verteilt zu besuchen sind, musst du dich zunächst mit der Studienordnung deines Faches auseinandersetzen. Welche Veranstaltungen sind Pflicht- oder Wahlmodule und in welchem Semester solltest du welches Modul absolvieren? „Nach diesem ersten Schritt kann man einen Plan für das gesamte Studium erstellen, und daraus ergibt sich dann auch, welche Veranstaltungen schon im ersten Semester zu besuchen sind“, erklärt Sabina Bieber.

Studienverlaufspläne

Für viele Bachelorstudiengänge gibt es außerdem Studienverlaufspläne, an denen du dich orientieren kannst. Welche Veranstaltungen im jeweiligen Semester angeboten werden, erfährst du übrigens im Vorlesungsverzeichnis deiner Hochschule. Du solltest dabei einplanen, dass es manchmal länger dauert, von einer Vorlesung zur anderen zu kommen, insbesondere wenn du von einem Institut zu einem anderem kommen musst.

Einführungsveranstaltungen für Fragen nutzen

Gerade Erstsemester werden bei der Stundenplanerstellung natürlich nicht allein gelassen. „Ich denke, es ist wichtig, dass Erstsemester zu den Einführungs- und Infoveranstaltungen gehen, auf denen alle relevanten Informationen über den Studiengang von Dozenten, Tutoren oder der Fachschaft präsentiert werden.“ Allerdings gilt hier: „Je besser man vorbereitet ist, desto konkreter kann man fragen und desto besser und präziser sind auch die Antworten, die man erhält.“

Wie viele Kurse werden empfohlen?

Stellt sich noch die Frage, wie viele Veranstaltungen du als Erstsemester besuchen solltest. Beraterin Bieber erklärt, dass die oftmals verwendete Bezeichnung der Semesterwochenstunden (SWS) irreführend ist, da eine Semesterwochenstunde je nach Format der Veranstaltung mit unterschiedlichem Arbeitsaufwand zu Hause verbunden sein kann. „Der Arbeitsaufwand für eine Veranstaltung wird in Credit Points angegeben, die ja nach Hochschule auch als Leistungspunkte (LP) oder Studienpunkte bezeichnet werden. Man sollte sich an dem Richtwert von 30 Leistungspunkten pro Semester orientieren, die auch die Arbeitszeit zu Hause oder in der Bibliothek beinhalten“. Frau Bieber macht aber auch deutlich, dass sich nicht alles nach der Hochschule richten sollte. Ihr Tipp für Studenten: „Planen Sie bitte auch genug Zeit für sich selbst ein, zum Beispiel indem man sich den Donnerstagabend freihält, um dann mit Freunden ins Kino gehen zu können.“

Weniger ist mehr

Gibt es eigentlich auch typische Ersti-Fehler bei der Erstellung des Stundenplans? „Viele Studenten berücksichtigen die Lernzeiten zu Hause nicht und überladen im ersten Semester ihren Stundenplan.“ Ein weitere Tipp von Beraterin Bieber ist, schon bei der Erstellung des Stundenplans zu beachten, ob du für den Leistungsnachweis eine Klausur schreiben musst oder vielleicht ein Referat halten und eine Hausarbeiten einreichen musst. Dabei solltest du das gesamte Semester im Blick behalten. „Sonst kann es passieren, dass sich Prüfungen in einer Woche häufen, was in manchen Fällen durchaus vermeidbar ist.“

2 Kommentare

  • 1

    Hans Melcher 24.01.2012 16:50:38

    fern der realität

    so schön sich diese Tipps auch anhören mögen, so fern sind sie zum teil der Realität des Bachelor-Studenten. An viele Universitäten sind die Stundenpläne im ersten Semester fest vorgegeben, die Pflichtveranstaltungen lassen sich nicht abwählen da Mensch zu Klausur zwangsangemeldet ist. Ein Abmelden ist unmöglich und ein nicht mitschreiben zählt als misslungener Versuch. Die Klausur Termine werden außerdem erst kurz vorher, also gegen Semesterende, bekannt gegeben, weshalb sich dies auch nicht mit in der Planung einbeziehen lässt. Ab dem 2. Semester gibt es dann eine leichte Verbesserung, da du selbst entscheiden kannst was du mitschreiben möchtest, allerdings sollte bedacht werden das die meiste Seminare nur ein mal im Jahr stattfinden, entweder im Sommer -oder Wintersemester .

  • 2

    Christoph Beier 25.01.2012 13:36:19

    Große Unterschiede

    Sicher gibt es Studiengänge, die in den ersten Semestern einen sehr strengen Stundenplan vorgeben. Dennoch gibt es genauso Studiengänge, bei denen der Stundenplan in relativer Freiheit und nach den eigenen Vorstellungen zusammengestellt werden kann. Unterschiede gibt es hier ebenso von Uni zu Uni und von Uni zu FH. Ob man die relative Wahlfreiheit strengen Vorgaben vorzieht, hängt sicherlich stark von den subjektiven Präferenzen ab. Es ist richtig, dass die Prüfungstermine nicht in allen Fällen zu Beginn der Vorlesungszeit feststehen, die vorlesungsfreie Zeit ist jedoch als Praktikums- und Prüfungszeit definiert und sollte daher vorsorglich als solche eingeplant werden.

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