Interview des Monats Vom BAföG bis zur Mensa - die Studentenwerke kümmern sich um die Details
Achim Meyer auf der Heyde ist Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks. Im Interview verrät er, wie die Studentenwerke Neuankömmlinge unterstützen. Und warum es sich lohnt, in den neuen Bundesländern zu studieren.

- Zoom
- Mensa der Hochschule Mittweida
Der Studienbeginn ist für viele Anlass, ihrer Heimat den Rücken zu kehren und zu neuen Ufern aufzubrechen. Wie war das bei Ihnen?
Achim Meyer auf der Heyde: Ich bin im Laufe des zweiten Semesters von zuhause ausgezogen. Allerdings bin ich zunächst am Studienort in Bonn geblieben. Nach zwei weiteren Semestern bin ich für ein Jahr nach Freiburg gegangen und später dann nach Berlin. Studieren ist auf jeden Fall eine Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. Wenn man kann, sollte man das auch machen. Das Problem ist eher, dass viele Studierende aufgrund der finanziellen Verhältnisse gezwungen sind, zuhause zu bleiben.
Und wie unterstützen die Studentenwerke vor Ort die Neuankömmlinge?
Achim Meyer auf der Heyde: Studentenwerke bieten ein Dach überm Kopf, sorgen für einen vollen Magen und helfen in allen möglichen Fragestellungen mit ihrem Beratungsangebot. Und durch das BAföG sichern sie natürlich auch die Studienfinanzierung.
Gibt es denn spezielle Angebote der Studentenwerke für Erstsemester, die beim Start ins Studium helfen?
Achim Meyer auf der Heyde: Die Betreuung im jeweiligen Studienfach ist natürlich Aufgabe der Hochschulen. Das soziale und wirtschaftliche Umfeld ist unser Job, und den nehmen wir auch wahr. Insbesondere die jüngeren Studenten wohnen in den Wohnheimen und nutzen das Angebot, in der Community zu leben und über diesen Weg ihre Kommilitonen kennenzulernen. Außerdem gibt es viele kulturelle Aktionen, die von uns angeboten werden.
Die ostdeutsche Hochschullandschaft gilt bei vielen Abiturienten aus den alten Bundesländern noch immer als Geheimtipp. Mit welchen Argumenten würden Sie für „Fernost“ werben?
Achim Meyer auf der Heyde: Oft sind die Studienbedingungen im Osten besser, weil es mehr Betreuungspersonal für die Studierenden gibt. Viele Hochschulen sind nach der Wende auch neu ausgebaut worden. Abgesehen davon gibt es in den neuen Bundesländern Städte mit einer sehr hohen Lebensqualität. Und: Es ist immer noch leichter, einen Studien- und Wohnheimplatz in den neuen Bundesländern zu finden als im Westen. Außerdem sind die Mietkosten in den meisten ostdeutschen Städten geringer. Auch das kulturelle Umfeld ist in den neuen Bundeländern stark auf Studierende ausgerichtet, denken Sie nur an die vielen Studentenclubs.
Letzte Frage: Welchen Tipp geben Sie Erstsemestern beim Start ins Studium mit auf den Weg?
Achim Meyer auf der Heyde: Sobald der Studienplatz sicher ist, sollte man sich beim Studentenwerk melden. Ich kann nur empfehlen, die Beratung und Unterstützung unserer Studentenwerke auch aktiv zu nutzen.
![]()
Achim Meyer auf der Heyde ist Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks.
Die derzeit 58 regionalen Studentenwerke in Deutschland kümmern sich um die Förderung der sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Belange von Studenten.
Studieren in Fernost
Hochschulinitiative Neue Bundesländer