• Philipp (Uni Potsdam) und Anja (FH Potsdam)
  • 14. April 2011

Campus Spezialisten Schlagabtausch Uni oder FH? Wo studiert es sich besser?

Uni oder FH? Theorie oder Praxis? Schlau oder dumm? Vorurteile und Klischees über beide Studienformen gibt es reichlich. Wir räumen damit auf und fragen die, die es wissen müssen: unsere Campus Spezialisten, die den Alltag an den Hochschulen live mitbekommen.

Uni oder FH? Wer hat euch überzeugt?
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Uni oder FH? Wer hat euch überzeugt?

Anja studiert Kulturarbeit (Art and Culture Management) an der Fachhochschule Potsdam, Philipp Mathematik und Informatik auf Lehramt an der Universität Potsdam. Auf in einen fairen Kampf!

Runde 1.

Studieren in Fernost: Anja, du bist also die Praktikerin und Philipp, du der Theoretiker? Oder sehe ich das falsch?

Anja: Die klare Trennung gibt es in der Form nicht mehr. Klar, FHs sind praxisnah ausgerichtet, das stimmt. Im Bereich Kunst arbeite ich viel mit internationalen Projektpartnern aus Wirtschaft, Politik und Kultur zusammen – das sind gute Kontakte für später. Die Theorie kommt aber auch nicht zu kurz. Ohne einen geeigneten Lösungsansatz kann man ja schließlich auch nichts in die Tat umsetzen. Denn ohne Theorie keine Praxis.
Philipp: Bei mir ist es genau umgekehrt. Natürlich legen Unis ihren Schwerpunkt auf theoretisches Wissen. Man bekommt eine gute Arbeitsgrundlage. Die gelernte Theorie können wir dann in Praktika anwenden und sehen, dass es funktioniert. Für mich ist es als angehender Lehrer wichtig, dass ich regelmäßig vor Schulklassen stehe. Und im Bereich Informatik arbeiten wir Hand in Hand mit dem Hasso-Plattner-Institut und anderen Partnern.

Runde 2.

Studieren in Fernost: Und wo studiert man jetzt besser?


Philipp: Na ja, eine allgemeingültige Antwort auf die Frage gibt es nicht.
Anja: Da sind wir uns ja ausnahmsweise mal einig. Die Entscheidung für FH oder Universität ist eben immer davon abhängig, welcher Typ Mensch man ist.
Philipp: Aber um mit einem Uni-Klischee aufzuräumen: Bummel-Student war gestern. Die Bachelor- und Master-Studiengänge sind durchstrukturiert und haben feste Zeitpläne, an denen man sich orientieren sollte. Aber klar: Studieren ist ja nicht nur stupide Wissensaufnahme, sondern auch ein Stück weit „Leben lernen“.
Anja: FHler, die Verschulten. Das Klischee kenne ich. Aber neben den Pflichtseminaren gibt es auch zahlreiche Wahlfächer und diese machen immerhin 30 bis 40 Prozent des Stundenplans aus. Wir haben also die Möglichkeit, unsere individuellen Schwerpunkte zu setzen.

Runde 3.

Studieren in Fernost: Die „verschulten“ FH-Dozenten scheinen ihre Aufgabe aber richtig gut zu machen, zumindest sagt das meinprof.de in ihrem aktuellen Hochschulranking. Dort sind die ersten Plätze fast ausschließlich von FHs belegt.


Anja: Super, oder? Das merkt man aber auch bei uns. Unsere Dozenten nehmen sich Zeit für uns, es wird großer Wert auf die Bedürfnisse der Studenten gelegt, und das spüren wir natürlich bei der Betreuung und den Angeboten.
Philipp: Darüber kann ich mich bei uns zum Glück auch nicht beschweren. Aber es ist schon so, dass ich von einigen Bekannten gehört habe, dass bei einigen Unis Vorlesungen und Seminare überlaufen sind und es zu viele Studenten für zu kleine Räume und zu wenig Dozenten gibt. Die Runde muss ich wohl an die FHs geben.

Runde 4.

Studieren in Fernost: Und wie sieht es mit dem Thema Karrierechancen aus?


Anja: Ich habe von vielen Kommilitonen gehört, die nach ihrem FH-Abschluss direkt einen Job gefunden haben. Gehaltsmäßig müssen wir allerdings feststellen, dass wir hinter den Uni-Absolventen hinterherhinken.
Philipp: Bei den neuen Abschlüssen mit Bachelor und Master ist der Unterschied aber nicht mehr so drastisch. Aber ein Punkt geht noch an die Uni: Denn FHler sind, was ihre Promotion angeht, auf das Wohlwollen der Unis angewiesen. Ein Wechsel von FH zu Uni ist aber dank des Bologna-Prozesses heute kein allzu großes Problem mehr. Die Bachelor-Abschlüsse werden beispielsweise als gleichwertig angesehen.


Studieren in Fernost: Ich glaube wir können festhalten:


Es gehen Punkte an die FHs, es gehen Punkte an die Unis – aber insgesamt kommt es auf die persönliche Präferenz an. Und: Mit der Angleichung durch die Umstellung auf Bachelor und Master werden die Unterschiede immer kleiner. Einigen wir uns auf ein Unentschieden.

1 Kommentar

  • 1

    Interessierter Leser 20.04.2011 15:59:18

    Ohne Titel

    Klasse Idee mit dem Schlagabtausch, bin schon gespannt auf die nächste Folge!

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