Campus Spezialisten Schlagabtausch Geld oder Liebe? Worauf kommt es bei der Studienwahl an?
Bekanntlich lernt man ja für sich und nicht für die Schule. Aber ist das auch im Studium so? Soll ich das studieren, was mich interessiert oder das, was der Markt vorgibt? Leidenschaft oder Pflichtbewusstsein? Guter Rat kommt von unseren Campus Spezialisten. Sie haben ihre Entscheidung bereits getroffen und wissen, worauf es ankommt.

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- Im Ring: Katja und Fred. Wer hat die besseren Argumente?
Katja (23) studiert International Business Management an der Hochschule Harz, Fred (29) Kommunikationspsychologie an der Hochschule Zittau/Görlitz.
Runde 1.
Studieren in Fernost: Schöngeist oder Karriere? Wer von euch hätte gerne etwas anderes studiert? Bereut ihr eure Entscheidung manchmal?
Katja: Zugegeben, ich wollte eigentlich immer Psychologie studieren. Schuld daran war mein Schüleraustausch in den USA – oder besser gesagt mein Gastvater dort. Er war Psychotherapeut und hat mich für Menschen und ihre Verhaltensweisen begeistert. Ich dachte, meine Zukunft sei in Stein gemeißelt. Das hat sich zwar dann geändert und ich habe mich für BWL entschieden, aber bereuen tue ich nichts.
Fred: Ich habe mir Zeit für meine Entscheidung genommen und schlussendlich auch die richtige getroffen. Kommunikationspsychologie ist meine Leidenschaft.
Runde 2.
Studieren in Fernost: Und wie habt ihr eure Entscheidung getroffen?
Katja: Mir war klar, dass ich später gerne mal im Ausland arbeiten möchte. Als Psychotherapeut ist das schwer möglich, da die Sprache das wichtigste Werkzeug ist. Um mich über andere Studienmöglichkeiten zu informieren, habe ich zwei Sommerunis besucht. Nach Gesprächen mit Dozenten und Studienberatern und ein paar Probevorlesungen habe ich mich dann für „International Business Management“ entschieden. Das öffnet mir auch Türen ins Ausland.
Fred: Bei mir war es anders. Nach dem Abi habe ich ein Jahr als Mediengestalter in einer Frankfurter Agentur gearbeitet, um Berufserfahrung zu sammeln. Das hat geholfen, um meine Stärken und Schwächen, vor allem aber auch meine Vorstellungen von einem Studium besser einzuschätzen. Ich wusste, was ich wollte. Jetzt spezialisiere ich mich auf Produktpsychologie und gehe darin voll auf. Der Beruf alleine hätte mich nicht glücklich gemacht. Die Zeit zu haben, in seinem Fach zu forschen, ist ein wahres Privileg.
Runde 3.
Studieren in Fernost: Ihr habt euren Weg gefunden. Welche Tipps gebt ihr Abiturienten, die noch auf der Suche sind?
Fred: Wenn dir dein Studium Spaß macht, bist du automatisch motiviert und engagierst dich. Und das wiederum bringt den Erfolg. Du studierst also primär für dich!
Katja: Das stimmt schon. Um nicht im Elfenbeinturm zu landen, sollte man sich allerdings immer vor Augen halten, ob einen das, was man gerade macht, auch ans Ziel führt. Heißt: Studium ist eine Art der Berufsausbildung. Es wird immer Dinge daran geben, die einem nicht gefallen. Dass Statistiken und Risikokalkulationen nicht jedermanns Sache sind, ist klar. Dennoch gehören sie zur BWL-Grundausbildung. Die Frage ist: Wohin will ich, und was möchte ich erreichen?
Studieren in Fernost: Aber geht es letztendlich nicht doch nur um Geld und Karrierechancen?
Katja: Wenn man sich nur daran ausrichtet, fehlt einem jegliche Leidenschaft für das Studium und eine inhaltliche Perspektive.
Fred: Es geht erstmal um den Inhalt. Was dabei am Ende rausspringt, ist sowieso nur schwer vorherzusehen. Arbeitsmarkt und Gehälter ändern sich ständig. Das ist kein Maßstab.
Studieren in Fernost
Hochschulinitiative Neue Bundesländer